Auf ein Wort, Herr Dr. Beckstein!

Herr Dr. Beckstein, zunächst einmal möchten wir Ihnen herzlich zu Ihrer neuen Position als Leiter der Staatsanwaltschaft Traunstein gratulieren. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem neuen Amt?

Vielen Dank! In unserem Bezirk steigen durch Bevölkerungszuwachs und durch die Grenznähe mit vielen Kontrollen die Verfahrenszahlen laufend. Zudem haben wir im nichtstaatsanwaltlichen Mitarbeiterbereich hohe Krankheitsquoten. Insgesamt bringt meine neue Stelle vor allem aber sehr viele interessante Fälle und ich darf mit einem Team sehr motivierter Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten. Als Behördenleiter kann man viel gestalten und z.B. Abläufe rasch verbessern. Ich bin mit Leib und Seele Staatsanwalt und Behördenleiter der Staatsanwaltschaft Traunstein ist ein echter Traumjob für mich.

Sie bringen über 25 Jahre Erfahrung in der Justiz mit. Man sollte meinen, dass Sie so schnell nichts mehr überrascht. Gab es dennoch einen Fall, der Sie besonders bewegt hat?

Besonders Anteil nehme ich natürlich immer am Schicksal von Opfern schwerer Straftaten. Das wird und darf nie zur Routine werden. Persönlich hat mich ein Mordfall im Bereich der Russenmafia besonders betroffen, als ich vor etlichen Jahren zeitweise unter Personenschutz stand und ich mich nicht mehr frei und vollkommen unbeschwert bewegen konnte.

Seit 2017 wirken Sie in Traunstein. Gibt es Besonderheiten bei der Arbeit dort vor Ort im Vergleich zu Ihren früheren Stationen in Ingolstadt und München?

Die Traunsteiner Justizbehörden arbeiten sehr gut zusammen, das war in Ingolstadt und München aber ebenso, wobei in München die Größe der Behörden, die Anzahl der Mitarbeiter und die daraus folgende Anonymität eine besondere Herausforderung darstellen. In Traunstein sind wir besonders durch unsere lange Grenze zu Österreich und durch die grenzüberschreitende Kriminalität gefordert. Wir haben hervorragende Kontakte zu unseren österreichischen Kollegen und mit unserer neuen Abteilung zur Bekämpfung grenzüberschreitender organisierter Kriminalität (sogenanntes “Traunsteiner Modell“) fangen wir nicht nur die „kleinen Fische“, sondern können Strukturen und Hintermänner ermitteln und verfolgen sowie aus kriminellen Taten stammende Gewinne abschöpfen.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihre neue Stelle gesetzt?

Ich möchte die hohe Qualität der Arbeit und das sehr positive Arbeitsklima aufrechterhalten, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren und die Organisation und Abläufe so gestalten, dass alle ihre Aufgaben optimal und zufrieden erledigen können. Veränderungen in der Gesellschaft, neue Gesetze und z.B. die Einführung der elektronischen Akte werden uns ständig neu fordern. Ich freue mich bei der Bewältigung der Herausforderungen an vorderer Stelle aktiv mitarbeiten zu können.

Wo liegen Ihre Interessenschwerpunkt außerhalb der beruflichen Tätigkeit?

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen, häufig sitzenden und lesenden, Tätigkeit suche ich in sportlichen Aktivitäten wie Bergwandern, Skifahren, Langlaufen etc. Meine Frau und ich reisen gerne und wir pflegen natürlich gerne Freundschaften.

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